Allgemeines zum Training und Karate


Eine normale Trainingseinheit beginnt mit einer ausführlichen Erwärmung und Dehnung, um Verletzungen während des Trainings so gut wie möglich vorzubeugen. Anschließend beginnt das eigentliche Karatetraining - bestehend aus Kihon, Kata und Kumite. Übungen zur Körperkräftigung finden während des gesamten Trainings statt. Außerdem achten wir gerade bei den Erwachsenen auf gelenkschonendes Training (vor allem für Knie und Hüfte). Schließlich möchten wir Karate noch im hohen Alter trainieren können.

Kihon: Übersetzt man die beiden japanischen Silben wörtlich bedeutet es Energiefluss. Im deutschen Raum ist es aber gängiger es einfach als Grundschule oder Grundlagentraining zu bezeichnen. Dort werden die einzelnen Techniken (wie Stöße [jap. Zuki], Schläge [jap. Uchi] oder Tritte [jap. Geri]) theoretisch erklärt und vor allem praktisch geübt. Dabei wird der Ansatz der Kraftmaximierung verfolgt und im Grunde genommen nutzt man die Erkenntnisse aus der Physik und Anantomie, um eine möglichst hohe Energiewirkung mit den Techniken zu erzeugen. Das hört sich im ersten Moment vielleicht recht schwierig an, aber wie überall gilt auch hier - Übung macht den Meister. Neben den Techniken werden unter den gleichen Prinzipien die Kampfstellungen (jap: Dachi) und die Fortbewegung in diesen geübt.

Kata: Kata bedeutet Form und ist eine festgelegte Aneinanderreihung von Techniken unter Beachtung von gewissen Stellungen. 26 dieser Katas haben im Shotokan-Stil die größte Popularität erlangt (vor allem weil die meisten ihren Ursprung im Stil-Gründer Gichin Funakoshi haben) und werden hauptsächlich trainiert. Der erste und offensichtliche Sinn einer Kata ist die Übung sich im Raum zu bewegen. Die Welt hat nunmal nicht eine sondern ganze drei Dimensionen und alle müssen beachtet werden. Zum anderen ist eine Kata in eine abstrahierte Form des Kampfes. Sie besteht meist aus 5-10 Situationen der Selbstverteidigung, wobei jede Situation aus etwa 1-4 Techniken besteht. Das Training dieser Situationen am Partner wird im Karate Bunkai genannt und ist ein essentieller Teil, wenn Karate als Selbstverteidigung verwendet werden soll.

Kumite: Kumite bezeichnet im Karate den geregelten Kampf. Dieser hat viele Formen und Abstufungen. Anfänger beschäftigen sich zum einem vor allem mit dem drei oder fünf-Schritt-Kampf (jap. Sanbon/Gohon-Kumite). Dabei werden drei oder fünf gleiche Angriffstechniken nacheinander ausgeführt und jeweils mit einer Technik geblockt. Zum anderen wird das Ippon-Kumite (Ippon etw. lockerer übersetzt: eins), also der Kampf mit einer Angriffstechnik, einem Block und einem Konter trainiert. Fortgeschrittene gehen zum Jiyu-Ippon-Kumite über, welches eine Form des Ippon-Kumites ist, bei der sich frei bewegt wird. Zudem wird der freie Kampf unter gewissen Regeln (jap. Randori) trainiert - natürlich abhängig von den Fähigkeiten und der Graduierung des Karatekas. Generell werden im Kumite nur Techniken verwendet, welche ausgiebig im Kihon trainiert wurden. Dies ist wichtig, damit der Karateka die Distanz und Kraft der Technik kontrollieren kann und somit Verletzungen vermieden werden.

Etikette:  Jeder der bereits Japan besuchen durfte hat sehr wahrscheinlich festgestellt, dass Japaner viele Formen der Höflichkeit besitzen. Die einfachste Form ist die Verbeugung als Begrüßung. Viele dieser Höflichkeitsformen sind auch im Training vorhanden. Es fängt damit an, dass man sich vorbeugt, wenn man die Trainingshalle (jap. Dojo) betritt, bzw. verlässt (als Respekt denen gegenüber, die sich in der Halle befinden). Außerdem beginnt jedes Training mit einer Begrüßung im Kniesitz und Verbeugungen in Richtung der Andenken an die Ahnen (heute klassisch die Verbeugung in Richtung Vorderseite - jap. shomen) und des Lehrers (jap. Senpai). Abschließend erfolgt im Kniesitz eine kurze Meditation. Natürlich sollte man auch auf einige selbstverständliche Dinge wie gewaschene Füße und Hände vor dem Training sowie kurze Finger- bzw. Fußnägel achten.

Auch wenn Disziplin und das Training ansich einem einiges abfordern können, steht bei uns der Spaß immer noch im Vordergrund. Schließlich sollte die investierte Freizeit immer in Spaß und Freude und nicht in Frust und Stress enden.

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